Was genau ist eigentlich ungesunder Stress?

Mit dem Begriff Stress verbinden die meisten Menschen unangenehme Situationen, Anstrengungen und Strapazen. Das Wort Stress stammt aus der englischen Sprache und bedeutet übersetzt "mechanischer Spannungszustand". Seit den 1930-er Jahren gilt Stress als offizielle Bezeichnung für kurzfristige Stressreaktionen, die mit einer erhöhten Ausschüttung von Stresshormonen im Organismus verbunden sind und den Körper in Leistungsbereitschaft versetzen sollen.

Stress schadet der Gesundheit

Frau mit übermäßigem StressBei Stress kommt es zu unterschiedlichen Reaktionen im Organismus. Das Gehirn wird aktiviert und besser durchblutet, während gleichzeitig die Muskelspannung erhöht wird und das Herz schneller schlägt. Mit dieser Energiebereitstellung reagiert der Körper auf eine vermeintlich bedrohliche Situation und bereitet den Organismus auf Kampf oder Flucht vor. Wenn du gestresst bist, kommt es zu körperlichen und seelischen Reaktionen. Abhängig von Lebenssituation, Alter und Veranlagung reagiert jeder Mensch in unterschiedlicher Weise auf Stress.

Das eigene Stressempfinden kann sich im Laufe des Lebens verändern. Den richtigen Umgang mit Stress kannst du lernen. Wenn Stress erfolgreich bewältigt wird, normalisieren sich die Körperprozesse wieder und es kommt zur Entspannung. Falls es dir nicht gelingt, stressige Situationen zu bewältigen, bleibt der Stress jedoch bestehen. Dauerstress schadet der Gesundheit und begünstigt zahlreiche Krankheiten, beginnend bei Bluthochdruck über Herz- und Kreislaufstörungen bis zu psychischen Erkrankungen wie Depressionen, Angst- und Panikstörungen.

Bei zu viel Stress aktiviert das Gehirn eine zusätzliche Stressachse, die als sogenannte nasse Stressachse bezeichnet wird. Dadurch wird vermehrt Kortisol ausgeschüttet und dem Organismus eine Gefahrensituation vorgetäuscht. Ständiger Stress führt zu einem chronischen Stresszustand, der jede Entspannung unmöglich macht.

Eustress und Distress - die beiden unterschiedlichen Arten von Stress

Medizinisch ist Stress eine gesunde Reaktion mit dem Ziel, die Leistungsbereitschaft des Körpers zu erhöhen. Während gelegentliche Stressreaktionen keine krankmachenden Effekte haben, schadet Dauerstress sowohl Körper und Seele. Das Immunsystem ist bei übermäßigem Stress überfordert und kann seine eigentlichen Aufgaben, den Organismus vor eindringenden Viren und Bakterien zu schützen, nicht mehr erfüllen. Wenn du häufig unter Stress leidest, steigt dein Risiko für Erkältungskrankheiten.

Die Wahrscheinlichkeit, an einer Depression oder einem anderen psychischen Leiden zu erkranken, ist bei dauerhaftem Stress deutlich erhöht. Allerdings hängt es von der persönlichen Einschätzung ab, ob eine Stresssituation als positiv oder negativ bewertet wird. Du hast also die Möglichkeit, deine Einstellung gegenüber Stress zu verändern und dich dadurch vor den gesundheitlichen Folgen von Stress zu schützen. Oft ist es nicht einfach, Stresssituation zu vermeiden oder Stress auszuweichen.

Deshalb ist es wichtig, Methoden zum Stressabbau zu finden und durch gute Organisation und Zeitmanagement den persönlichen Stresslevel möglichst niedrig zu halten. Gesundheitsfördernd ist ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Stress und Entspannung. Es wird zwischen zwei Stressarten unterschieden. In einer Stresstheorie, die erstmalig im Jahr 1936 veröffentlicht wurde, ist von Eustress und Distress die Rede. Positiver Stress, der Leistungsfähigkeit und Kreativität erhöht und als motivierend gilt, wird als Eustress bezeichnet.

Dazu zählt beispielsweise die Aufregung vor einer Prüfung, einem Bewerbungsgespräch oder einem Wettkampf im Sport. Unter negativem Distress leiden Menschen, wenn sie sich überfordert fühlen und die individuellen Bewältigungsmechanismen nicht mehr ausreichen, um Stress zu bewältigen. Distress hat keinen positiven Effekt, sondern löst zahlreiche Stresssymptome aus und schadet langfristig der Gesundheit.

Positiver und negativer Stress kann unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Von der stressauslösenden Situation hängt ab, wie lange Stress dauert und wie stark die Stresssymptome sind. Bei Menschen, die davon überzeugt sind, Stress gut zu bewältigen, sind die körperlichen und seelischen Stressreaktionen meist weniger ausgeprägt.

Welche Ursachen begünstigen Stress?

Stress ist heutzutage ein weit verbreitetes Phänomen. Die Ursachen körperlicher und seelischer Stressreaktionen sind vielfältig. Allerdings sind die körperlichen Prozesse biologisch festgelegt und laufen bei jedem Menschen in einer ähnlichen Weise ab. Zu den Hauptursachen von Stress gehören Überforderung, Leistungsdruck und Überlastung in Beruf, Familie und Freizeit. Das Stressempfinden ist subjektiv geprägt, sodass die Belastung von jedem Menschen unterschiedlich erlebt wird.

Sobald stressige Situationen bewältigt werden, lassen die Stressreaktion nach und der Organismus kehrt wieder zum Normalbetrieb zurück. Wenn die Ursachen für Stress jedoch nicht erkannt werden, können Stresssymptome ernsthafte Krankheiten auslösen. Zu den körperlichen Erkrankungen, die hauptsächlich durch Stress bedingt sind, zählen Kreislaufstörungen, Herzkrankheiten wie Herzrhythmusstörungen, Herzinfarkt, Bluthochdruck, Magen- und Darmstörungen wie Magenschleimhautentzündungen und Verdauungsbeschwerden wie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall.

Bei dauerhaftem Stress kann es auch zu Schlafstörungen und Schlaflosigkeit kommen. Kopfschmerzen aller Art sowie Migräne treten stressbedingt wesentlich häufiger auf. Übermäßiger Stress kann Hautkrankheiten wie Psoriasis und Neurodermitis verstärken. An Allergien und Asthma ist Stress als auslösender Faktor ebenfalls beteiligt. Mediziner führen auch Stoffwechselstörungen wie Diabetes auf einen ständig erhöhten Stresspegel zurück und vermuten, dass Symptome einer Schilddrüsenüberfunktion ebenfalls durch Stress verursacht werden.

Entspannung gegen Dauerstress

Dauerstress schadet nicht nur dem Körper, sondern auch der Seele. Die meisten psychischen Erkrankungen wie Depressionen sowie Angst- und Panikstörungen werden durch zu viel Stress begünstigt. Bei dauerhaftem Stress kommt es zu innerer Unruhe und Nervosität. Burn out, ADS und ADHS zählen ebenfalls zu den Krankheitsbildern, die durch dauerhaften Stress entstehen. Stress ist allerdings ein natürlicher Bestandteil des Lebens. Um gesund und fit zu bleiben, solltest du Sport und Bewegung in deinen Alltag integrieren, dich gesund ernähren und für ausreichend Schlaf sorgen. Mit einer leicht erlernbaren Entspannungsmethode wie Yoga oder Meditation schützt du dich vor ungesunden Stressreaktionen.

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